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Garant per la nfanzia y l'adolescënza | 28.03.2013 | 14:54

WETTBEWERB „DREH DEIN DING“

Interview mit der Jugendanwältin zum Thema Macht-Machtlosigkeit

Videowettbewerb zum Thema: Macht und MachtlosigkeitZoomansichtVideowettbewerb zum Thema: Macht und Machtlosigkeit

Kreativ, spannend, originell und vor allem inhaltsgeladen sollten sie sein ... noch bis zum 30. März 2013 werden die besten Videoclips von Jugendlichen zum Thema „Macht und Machtlosigkeit" gesucht. Neben Benno Simma, Eva Lageder, Lukas Schwienbacher und Mirjam Prenner ist auch die Kinder- und Jugendanwältin Vera Nicolussi-Leck Mitglied der Fachjury, welche am 11. Mai den Hauptpreis von 1.000 Euro im Wettbewerb vergibt. Zum Thema gibt es hier ein Interview mit der jungen Anwältin, nachzulesen auch im aktuellen "Kompass".

Frau Nicolussi-Leck, wie nehmen Sie als Jugendanwältin das Thema „Macht/Machtlosigkeit" bei ihren Klienten wahr?

Vera Nicolussi-Leck: Das Thema Macht-Ohnmacht ist in vielen meiner Gespräche ein zentrales Thema. Hier gilt es klar zwischen innerer und äußerer Macht zu unterscheiden. Jeder von uns verfügt über die innere Macht für eigene Gefühle und eigene Bedürfnisse gut zu sorgen. Indem ich wieder Besitzer meiner innerer Macht werde, werde ich auch frei Entscheidungen zu treffen, habe ich wieder die Wahl, auch Autoritäten gegenüber - ich bin nicht mehr „ohne Macht". Macht ist also auch ein positiv besetztes Wort - ich habe die Macht Entscheidungen zu treffen, gut für mich zu sorgen.

Wie drückt sich Ihrer Meinung nach Machtlosigkeit bei den Jugendlichen aus?
Vera Nicolussi-Leck: Ich weiß nicht, ob sich das Gefühl von Machtlosigkeit bei Jugendlichen anders ausdrückt als bei Erwachsenen. Sehr oft erlebe ich im Zusammenhang mit Machtlosigkeit Aggression oder absolute Resignation. Jugendliche begleiten um aus dieser Situation auszusteigen, sich bewusst zu machen, dass sie sehr wohl Macht über ihr Denken, ihr Handeln besitzen, zählt hier zu meinen Aufgaben.

Wann fühlen sich Jugendliche mächtig?
Vera Nicolussi-Leck: Ich bin davon überzeugt, dass wir uns in jenen Momenten mächtig fühlen, in denen es uns gelingt, unsere eigenen Bedürfnisse und gleichzeitig auch jene unseres Gegenübers zu achten.

Psychische Gewalt und Mobbing, werden Sie in Ihrer Arbeit mit dem Thema öfters konfrontiert?
Vera Nicolussi-Leck: Die Themen psychische Gewalt und Mobbing begegnen mir in meiner Arbeit sehr oft - nicht wegschauen, sondern aus der Opferrolle aussteigen und die eigene Stärke wiederfinden ist in solchen Situationen hilfreich. In diesem Prozess müssen Kinder und Jugendliche natürlich begleitet werden. Nachdem so ein Prozess Begleitung über einen längeren Zeitraum erfordert, überlegen wir meist gemeinsam, wer hier weiterhelfen könnte und dann vermitteln wir als Kinder- und Jugendanwaltschaft den Kontakt.

Haben Sie Fälle wo Sie selbst machtlos sind?
Vera Nicolussi-Leck: Natürlich gibt es immer wieder Situationen, wo auch ich mich machtlos fühle. Manchmal gelingt es mir dann aber einfach einen neuen Weg zu suchen und manchmal muss ich auch die Tatsache akzeptieren, dass mir in dieser speziellen Situation die Hände gebunden sind, was mir nicht so leicht fällt (lacht).

Wieso sind Sie Mitglied in der Jury bei „Dreh dein Ding"?
Vera Nicolussi-Leck: Ich wurde vom Projektteam der KVW Bildung direkt angesprochen und nachdem ich das Thema sehr spannend finde, wurde ich Jurymitglied und bin bereits jetzt neugierig auf die Einfälle der Teilnehmer, wie sie das Thema Macht in den Videos verarbeiten werden.

Der Wettbewerb „Dreh dein Ding und gewinn!" richtet sich an Interessierte von 14 bis 24 Jahren mit Wohnsitz in Südtirol. Die Teilnehmer sollen einen maximal drei-minütigen Videoclip zum Thema „Macht und Machtlosigkeit" drehen und einreichen.
Anmeldeschluss ist der 30.3.2013.
Die Prämierung der Gewinner findet am 11. Mai im Filmclub statt.
Alle Informationen im Internet:
http://www.drehdeinding.net oder facebook.com/drehdeinding.
Veranstalter des Wettbewerbs ist KVW Bildung in Zusammenarbeit mit dem Amt für Audiovisuelle Medien, Filmclub, KVW Jugend und mit finanzieller Unterstützung vom Amt für Weiterbildung. Gefördert von der Stiftung Südtiroler Sparkasse.

(KIJA)