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SVP - Südtiroler Volkspartei | 01.07.2021 | 16:13

Generisches Maskulinum macht Frauen unsichtbar

Es ist erwiesen, dass die männliche Form eines Wortes auch ein männliches Bild im Kopf auslöst. Wenn wir von Ärzten sprechen, denken die meisten von uns an Männer in weißen Kitteln; reden wir von Taxifahrern, Skilehrern, Notaren, Studenten, Betreuern usw. sehen wir Männer vor uns. „Das ist Diskriminierung durch Sprache, Frauen müssen in der Sprache sichtbar gemacht werden“, sagt Magdalena Amhof und spricht sich zusammen mit vielen Landtagskolleginnen und -kollegen gegen die Verwendung des generischen Maskulinums in der öffentlichen Verwaltung aus, welche in einem Beschlussantrag gefordert wurde.

SVP-Landtagsabgeordnete Magdalena AmhofZoomansichtSVP-Landtagsabgeordnete Magdalena Amhof

„Ich will nicht nur ‚mitgemeint‘ sein. Ich will mitgenannt und angesprochen werden“, so die SVP-Landtagsabgeordnete. So wie Amhof denken sehr viele Frauen. Über eine geschlechtergerechte Sprache sollte heutzutage gar nicht mehr diskutiert werden. Sie sollte ohne Wenn und Aber angewandt werden. „Die Verwendung der sogenannten Gendersprache ist das auch im Gleichstellungs- und Frauenförderungsgesetz des Landes verankert und daran darf nicht gerüttelt werden. Da Sprache die Denkweise beeinflusst, trägt eine geschlechtergerechte Sprache dazu bei, die Position von uns Frauen in der Gesellschaft zu stärken. Das hat unter anderem positive Auswirkungen auf die Geschlechterverteilung in Berufen und Führungsgremien. Die Gendersprache eröffnet vor allem jungen Mädchen viele Ansichten zu anstehenden Berufsentscheidungen“, ist Amhof überzeugt.

Es ist Fakt: Die deutsche Sprache hat ein Problem mit Frauen. Nicht erst seit heute, das hatte sie immer schon. Seit Jahrzehnten suche man nach Lösungen. Amhof: „Und man findet sie. Der Duden befürwortet einen geschlechtergerechten Gebrauch der Sprache und hat dazu einen eigenen Band mit entsprechenden Anleitungen veröffentlicht. Es gibt viele Vorschläge und Formen, uns Frauen mit anzusprechen. Auch wenn viele das Sternchen nicht mögen und die Abgrenzung oder den Doppelpunkt als ästhetisches Einbußen empfinden – je öfter wir Gendersprache verwenden, desto schneller werden wir uns daran gewöhnen. Und wer die verschiedenen Formen nicht gebrauchen will, kann uns Frauen neben den Männern gerne auch direkt nennen: Bürgerinnen und Bürger, Schülerinnen und Schüler, Politikerinnen und Politiker, Ärztinnen und Ärzte, Freundinnen und Freunde… Gendern tut nicht weh.“


(SVP)