Contignü prinzipal

Frazions

Chёstes informaziuns é da ciafè ma por

SVP - Südtiroler Volkspartei | 27.07.2018 | 10:21

Vergabegesetz: Einkaufen vor Ort

„Verwalter in Gemeinden und Bezirken haben in diesen Wochen die Chance, ihren ländlichen Raum zu stärken.“ Maria Hochgruber Kuenzer erinnert alle Verwaltungen von öffentlichen Mensen daran, dass sie Lebensmittel über die Direktvergabe auch vor Ort bestellen können – und nicht nur über die Landeseinkaufsgenossenschaft Emporium.

Maria Hochgruber KuenzerZoomansichtMaria Hochgruber Kuenzer

Es beginnen die Vorbereitungen für das kommende Schuljahr 2018/19. Was in den nächsten Wochen bestellt wird, wird in der Regel das ganze Jahr hindurch geliefert. Daher ist jetzt der richtige Zeitpunkt, Weichen neu zu stellen.

Krankenhäuser, Seniorenwohnheime, Bezirksgemeinschaften und Gemeinden bestellen für abertausende Mahlzeiten in ihren Mensen die Lebensmittel bei der Einkaufsgenossenschaft des Landes „Emporium“. Diese erzielt durch Sammelbestellungen für größere Mengen bessere Preise. „Das ist sinnvoll und bequem, weil diese Auslagerung an die Emporium die Bestellungen vereinfacht,“ sagt Landtagsabgeordnete Maria Hochgruber Kuenzer, „allerdings gibt es auch eine andere einfache Bestellform.“ Die Direktvergabe.

Das Vergabegesetz des Landes sieht vor, dass öffentliche Verwaltungen Einkäufe bis zum Warenpreis von 10.000 Euro direkt und vor Ort beim Erzeuger tätigen können. Das geht über eine direkte Auftragsvergabe ohne Ausschreibung oder Marktsondierung und auch der Lieferant muss nicht im Portal des Landes eingetragen sein.

Hochgruber Kuenzer macht ein Beispiel: „Es gibt viele Bäuerinnen mit Hühnerhaltung, die imstande wären, den Bedarf von einem oder zwei Kindergärten vor Ort abzudecken. Einige liefern bereits erfolgreich.“ Doch hat dieses Marktsegement noch viel Potenzial.

Ob Eier, Kartoffel, Getreide, Gemüse, Obst, Fleisch, ob verarbeitete Produkte wie Marmeladen, Säfte, Brot, Wurst und Käse – wichtig ist, dass der Erzeuger zuverlässig liefert. „Genossenschaften haben damit in der Regel kein Problem, die Bäuerin oder der Bauer könnten sich mit anderen Betrieben zusammentun,“ überlegt Hochgruber Kuenzer. Die Direktvergabe hat gleich mehrere Vorteile:

Vorteil eins: Öffentliche Mensen erzielen einen Mehrwert für die Mahlzeiten mit lokalen, frischen und gesunden Produkten.

Vorteil zwei: Für Bäuerinnen und Bauern vor Ort bedeuten solche Aufträge einen Zuerwerb und eine
Wertschätzung für ihre Arbeit, damit sie auch weitermachen.

Vorteil drei: Die regionale Vermarktung, die lokale Wertschöpfung und kleine Wirtschaftskreisläufe sind volkswirtschaftlich nachhaltig.

Vorteil vier: Die Transportwege für lokale Produkte sind kurz, die Verkehrsbelastung wird damit verringert.

Der Landtagsabgeordneten ist durchaus bewusst, dass dies dann erst gelingen kann, wenn sich Vertreter von Gemeinden, Politik und Produzenten vernetzen, um Angebot und Nachfrage zusammenführen.

Kleine Wirtschaftskreisläufe müssen manchmal angeschupst werden. Maria Hochgruber Kuenzer hat keinen Zweifel: „Öffentliche Verwaltungen haben in diesen Wochen die Chance, mit Direktvergaben ihren ländlichen Raum zu stärken.“

Maria Hochgruber Kuenzer


(SVP)