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| 24.06.2005 | 12:07

Wahlkampfberichterstattung war überraschend neutral und sachlich

Medienresonanzanalyse zu den Gemeindewahlen 2005 in Südtirol

„Es ist eine Premiere für Südtirol“, erklärte Hansjörg Kucera, Präsident des Landesbeirats für Kommunikationswesen, in dessen Auftrag die Untersuchung zur Wahlkampfberichterstattung durchgeführt wurde. Die Innsbrucker Mediawatch, ein Tochterunternehmen der österreichischen Presseagentur APA, hat während des Wahlkampfs die Berichterstattung von 17 Südtiroler Medien untersucht, 1.049 Artikel bzw. Sendungen nach Nennungen von Bürgermeisterkandidaten durchforscht. Die beobachteten Gemeinden waren Bozen, Meran, Brixen und St. Ulrich.

Clemens Pig, Geschäftsführer der Mediawatch, stellte fest, dass die Südtiroler Medien überraschend neutral (ca. 96 Prozent der Nennungen) berichteten; in anderen Ländern wie z.B. Österreich seien negative Berichte wesentlich stärker vertreten. Eine zweite Besonderheit sei, dass zumindest in der ersten Phase, bis zur Wahl am 8. Mai, die Sachthemen überwogen und darunter vor allem der Verkehr. Erst im Wahlkampf für die Stichwahlen (22. Mai) näherte sich Südtirol dem internationalen Trend, und es überwogen „metapolitische“ Themen: Wer liegt in Umfragen vorne? Wer geht mit wem eine Koalition ein? Wer kriegt welchen Posten?
Deutsche wie italienische Medien haben ihren Fokus hauptsächlich auf Bozen gerichtet, die ladinischen auf ihren Haupteinzugsbereich. Die italienischen Printmedien haben deutlich intensiver über die Kandidaten berichtet.
Hansjörg Kucera stellte in Aussicht, dass eine solche Medienanalyse, falls das Budget dafür gegeben sei, auch bei Parlaments- und Landtagswahlen durchgeführt werde.

Die Mediawatch-Analyse wird auch auf der Internetseite des Landesbeirats für das Kommunikationswesen veröffentlicht:
www.landtag-bz.org/kommunikationsbeirat/index_d.htm

(AM)