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Landtag | 23.11.2022 | 14:45

II. Gesetzgebungsausschuss: Zweite Anhörung zum Borkenkäfer

Erläuterungen durch Fachleute aus Südtirol, Nordrhein-Westfalen, Graubünden und Tirol; Fragen der Abgeordneten

Mitglieder des II. Gesetzgebungsausschusses mit Experten, die bei der Anhörung referiert haben (Foto: Landtag/Werth)ZoomansichtMitglieder des II. Gesetzgebungsausschusses mit Experten, die bei der Anhörung referiert haben (Foto: Landtag/Werth)

Die Mitglieder des II. Gesetzgebungsausschusses des Landtages haben sich am heutigen Mittwoch mit der „Problematik in Zusammenhang mit dem Borkenkäfer“ befasst und dazu Experten aus Südtirol sowie Österreich, Deutschland und der Schweiz geladen, wo die Situation ähnlich wie in Südtirol ist. Es war dies die zweite Anhörung im Ausschuss zum Thema nach jener vom 21. Oktober 2022.

Ausschussvorsitzender Franz Locher führte eingangs einige Eckdaten zum Wald in Südtirol an sowie zum Borkenkäferbefall desselben. Etwa die Hälfte der Landesfläche sei Wald, er wachse vornehmlich zwischen 900 und 2.100 Metern Meereshöhe. Zu Beginn des Jahres 2022 waren ca. 600 Hektar Waldfläche mit Schwerpunkten im Gader- und im Antholzer Tal von Borkenkäferbefall betroffen. Im Oktober 2022 seien es bereits ca. 5.400 Hektar gewesen – neben dem Gader- und dem Antholzer Tal gebe es nun auch Schwerpunkte im Brunecker Raum, Wipptal, Obervinschgau, Burggrafenamt und Eisacktal. Er gehe jedoch davon aus, dass noch weit mehr Wald betroffen sei - man spreche von vier bis fünf Millionen Kubikmetern. Es stellten sich nun die Fragen, was mit diesem Holz gemacht und wie die Aufforstung vonstattengehen werde.

Anschließend ergänzten Günther Unterthiner, Direktor der Abteilung Forstwirtschaft des Landes (der schon bei der ersten Anhörung im Ausschuss berichtet hatte), und Wolfgang Werner Weger, Amtsdirektor des Forstinspektorats Bruneck, die Übersicht über die Befallssituation in Südtirol, wobei sie ein besonderes Augenmerk auf das Pustertal legten. 

Das Problem in Pustertal (Bezirke Bruneck und Welsberg), erklärte Weger, sei auf den Sturm Vaia zurückzuführen. Danach sei zwar eine schnelle Aufarbeitung der 350.000 Kubikmeter Schadholz gelungen, und man sei davon ausgegangen, das Problem im Griff zu haben. Allerdings folgten im Winter 2019/20 große Schneedruckschäden, die Schäden (500.000 Kubikmeter Schadholz) seien groß gewesen, die Aufarbeitung des Holzes habe sich aufgrund der Verteilung als schwierig erwiesen, das Borkenkäferproblem habe sich dadurch aufgebaut. Im Winter 2021/22 habe man versucht, solche Flächen großräumig auszuräumen, zum Beispiel im Gadertal mehr als 60.000 Kubikmeter, insgesamt rund 130.000 Kubikmeter. Im Vorjahr habe man 200.000 Vorratsfestmeter Käferholz gehabt, in diesem Jahr seien es eine Million. Das Problem habe sich trotz der Entnahmen verfünffacht. Aufgrund des Klimawandels habe es in diesem Jahr eine dritte Käfergeneration gegeben.

Wichtig wäre es, dass mindestens 75 Prozent des Käferholzes abgeschöpft würden, Doch dazu fehlte auch die notwendige Anzahl von Gerätschaften wie LKW oder Kräne. Deshalb müssten die Gebiete bestimmt werden, in denen die Abschöpfung Vorrang haben müsse.

Wichtig sei es auch, dass nicht die Restschutzfunktion abgestorbener Bäume zerstört werde. 

Unterthiner erklärte, dass über Fernerkundungsinstrumente in Zusammenarbeit mit der Eurac Daten gesammelt würden, um den aktuellen Borkenkäferbefall zu erfassen. Priorität in der Maßnahmensetzung habe der Objektschutzwald (jener Wald, der talwärts liegende Objekte schützt), bei Standortschutzwald (jener Wald, der vorwiegend sich selbst vor Naturgefahren schützt).

Derzeit gebe es 100 Monitoringstellen für den Borkenkäferbefall. Es sei wichtig, schnell zu reagieren. Denn das Zeitfenster, in dem effektiv vorgegangen werden könne, sei kurz, weil der Käfer dann wieder ausfliege.

Bei der Aufforstung sei es wichtig, die Flächen mit Pionierbaumarten - insbesondere Birke, Pappel und Weide - schnell wieder einem Bewuchs zuzuführen. In gewissen Situationen werde auch mit Bebauungen gearbeitet werden müssen, um die Zeit zu überbrücken, in der der Wald seine Schutzfunktion nicht ausüben könne.

Der Borkenkäfer, der auch „Buchdrucker“ genannt wird, ist nicht nur in Südtirol ein Problem, auch in anderen Regionen gab oder gibt es starken Befall. So berichtete in Ralf Petercord, Leiter des Referats für Waldbau, Klimawandel im Wald und Holzwirtschaft des Ministeriums für Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen über „Die Borkenkäferkalamität 2015 bis 2022 in Deutschland – Ursachen, Verlauf und Schlussfolgerungen“.

Anhand von Fallstudien gab der Fachmann Einblick in mögliche Bekämpfungsstrategien und betonte, dass die Borkenkäferschäden nach Sturmwürfen oft deutlich höher seien als die eigentlichen Sturmschäden, wenn die falsche Strategie genutzt werde. Weil bei viel Schadholz am Markt die Preise schlecht seien, komme es immer wieder vor, dass die Besitzer das Schadholz nicht aufarbeiten wollten. 

Fallen bzw. Fangbäume seien ein finanzieller Aufwand, aber sie seien nicht zum Massenfang geeignet, sondern lediglich zum Monitoring des Flugverlaufs, deshalb seien nur wenige Fallen erforderlich. 

In seinem Fazit unterstrich Petercord, dass Borkenkäferschäden nach Sturmwurfereignissen unvermeidbar, wohl aber minimierbar seien. Es empfehle sich, nicht auf Lebendkonservierung zu setzen, und die Aufarbeitung bei Winter- und Frühjahrsstürmen nicht zu verzögern. Allerdings sollte der Holzmarkt durch Lagerung von aufgearbeitetem Holz entlastet werden. Bei der Aufarbeitungsreihenfolge sollte „Klein vor Groß“ konsequent eingehalten werden. Waldbesitzer müssten gemeinsam über Grenzen hinweg agieren. Digitale Möglichkeiten sollten genutzt, dürften aber nicht überschätzt werden; terrestrische Befallssuche sei entscheidend. Privatwaldbesitzer seien mit frühzeitiger Befallserkennung oft überfordert, deshalb gelte es, auf Kommunikation und Beratung zu setzen. Förderungen könnten die Motivation zur Aufarbeitung heben. Auch Strukturprobleme der Forstverwaltung (Fachkräfte, Qualifizierung) müssten gelöst sowie Aufgaben durch Führungskräfte funktionalisiert und priorisiert werden. Dazu sollten Aufarbeitungs-, Transport- und Lagerkapazitäten gesichert bzw. geschafft werden.

Marco Vanoni, Bereichsleiter Schutzwald & Waldökologie im Amt für Wald und Naturgefahren des Schweizer Kantons Graubünden, sprach über Erfahrungen im Kanton Graubünden seit dem Orkan Vivian 1990 und die heutige Strategie der Borkenkäferbekämpfung. 

Als wichtige Aspekte im Borkenkäfermanagement bezeichnete Vanoni Prävention (Priorisierung, Bestandsstrukturen, Überführung, Baumartenvielfalt etc.), bei Befall rasche Reaktion, konsequente Umsetzung, Schlitzen/Entrinden etc. sowie nach Befall die Kontrolle (Käfer, Totholz, Naturgefahren) sowie Pflanzungen.

Im Entscheidungsablauf werde als erster Schritt die Grundsatzentscheidung getroffen, ob und wo der Borkenkäfer bekämpft werden soll. Dabei würden Aspekte wie Waldfunktionen, Fichtenanteil, Waldzustand, Befallsdruck, realistischer Zeitplan (mind. 75 Prozent) miteinbezogen. Falls bekämpft werde, werde festgelegt, wie, falls nicht bekämpft werde, würden eventuell sonstige Maßnahmen festgelegt (Kommunikation, Verbau, Pflanzungen etc.).

Eine Alternative zur Bekämpfung von Borkenkäferbefall sei das Stehenlassen von Totholz. Dies sei eine von der jeweiligen Situation abhängige Option und könne die kostengünstigste Möglichkeit sein, wenn die Waldfunktion nicht in Gefahr sei. Totholz könne gegen Lawinen und Steinschlag wirken und positive Wirkung auf Artenvielfalt und Resilienz (Moderholzverjüngung) haben. 

Herausforderungen für die Zukunft sind Vanoni zufolge, dass die regionalen Strategien in Graubünden abhängig von der lokalen Situation sein müssten (Mischbestände vs. reine Fichtenwälder, Klimawandel …). Dazu verschöben sich sowohl das Verbreitungsgebiet der Fichte als auch der Entwicklungszyklus des Borkenkäfers. Außerdem gebe es weitere (gefährliche) Schadorganismen.

Eine ähnliche Situation wie im Puster- und Gadertal gebe es, so Ausschussvorsitzender Locher, in Osttirol, wenn auch mit dem Vorteil, dass es dort große Sägewerke gebe. Ausführlich über die Borkenkäferschäden in Osttirol 2021–2022 sowie entsprechende Maßnahmen und Förderstrategien berichtete Christian Schwaninger, Leiter der Abteilung Waldschutz des Tiroler Landesforstdiensts. Dabei verwies er auch darauf, dass dem Borkenkäferereignis Windwurf und Schneedruckschäden vorausgegangen seien. 

Von 2018 bis 2021 seien in Osttirol gut zwei Millionen Kubikmeter Schadholz angefallen, in einem Jahr mit Normalnutzung fielen etwa 200.000 Kubikmeter an. Doch allein 2021 seien in dem Gebiet 105.000 Kubikmeter Schadholz auf den Borkenkäfer zurückzuführen gewesen.

Die getroffenen Maßnahmen zur Bekämpfung des Borkenkäferbefalls 2021 seien 1. eine Priorisierung der Aufarbeitung durch die Forstinspektion, 2. Aufarbeitung des frischen Befalls, 3. Erfassung aller Borkenkäferherde, 4. Forstschutzkonzept 5.0 je Gemeinde (mit Fangholzvorlagen, Pheromon- und Trinet-Fallen, Früherkennung Stehendbefall).

Im Frühjahr 2022 seien diese Maßnahmen weitergeführt und zum Teil verstärkt worden.

Der Käferflug sei 2022 in allen Seehöhenbereichen intensivst gewesen, die erwarteten Unterschiede habe es nicht gegeben. Laut Schätzungen umfassen die Borkenkäferschäden 2022 in Osttirol eine Million Kubikmeter, 40 Prozent davon würden bis Jahresende aufgearbeitet, 60 Prozent stehenbleiben.

Für verschiedene Maßnahmen für die Bekämpfung des Borkenkäfers würden rund 4,3 Millionen Euro aufgewandt werden, so Schwaninger: für Zwangsnutzung von 300.000 Kubikmeter Schadholz 1,5 Millionen Euro, für Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV) 450.000 Euro, für 4.100 Stück Pheromon-Fallen 340.000 Euro, für Lagerprämien für 50.000 Kubikmeter Schadholz 360.000 Euro und für die Aufforstung - die vehement vorangetrieben worden sei - mit 950.000 Pflanzen 1,65 Millionen Euro. 

Die auf die bisherigen Maßnahmen aufbauen Forstschutzmaßnahmen für 2023 seien bereits definiert, wobei Förderbeiträge noch in Evaluierung seien. Es sei nicht mehr möglich, alle befallenen Flächen zu bearbeiten, auch aufgrund fehlender Transport- und Lagerkapazitäten, deshalb gehe es um eine Priorisierung im Objektschutzwald.

Der zuständige Landesrat Arnold Schuler verwies auf eine Tagung der Universität Bozen zur Borkenkäferproblematik, die kürzlich zu ähnlichen Resümees wie die heutige Anhörung gekommen sei. Beispiele aus der Praxis seien interessant, in Südtirol mache die Geografie die Aufarbeitung von Schadholz mitunter schwieriger als andernorts, aber Maßnahmen wie die Entrindung könnten helfen. Es gehe darum, die Verbreitung des Borkenkäfers zu reduzieren. Für die Bekämpfung des Schädlings sei die Zusammenarbeit zwischen den Forstdiensten und den mehr als 23.000 Waldbesitzern in Südtirol wichtig. Die Waldeigentümer seien für Schulungen offen. Es gebe ein Potenzial für weitere Vernetzung, doch bereits nach Vaia sei ein gutes Netzwerk für die Entfernung des Schadholzes entstanden, auch dank des Bauernbundes.

Nun gestalte sich die Situation noch schwieriger, weil verstreutere und mehr Flächen betroffen seien und die Problematik durch den Klimawandel verstärkt werde.

Es folgten die Fragen der Abgeordneten – neben Ausschussvorsitzendem Locher waren Paula Bacher, Peter Faistnauer, Andreas Leiter Reber, Sandro Repetto, Hanspeter Staffler und Manfred Vallazza anwesend – an die Experten. Es ging um die mögliche höhere Resilienz von Mischwald, die Zukunft der natürlichen inneralpinen Fichtenwälder sowie hohes Abstocken anstelle des Stehenlassens von abgestorbenen Bäumen zum Beibehalten der Schutzfunktion des Waldes. Ebenso Thema waren die Überalterung des Waldes und die Frage, ob Borkenkäfer ausschließlich Fichten angreifen.

Petercord betonte, dass es sehr genau zu überlegen gelte, wo und ob abgestorbene Bäume stehen gelassen würden; die Schutzwirkung könnte durch Querleger gesteigert werden. Dauerwald sei sehr wichtig, denn gerade im Gebirge gebe es schnell einen Humusverlust, was eine Wiederaufforstung erschwere. In NRW würde mehr Mischwald angestrebt, sei auch in Südtirol zu empfehlen. 

Private nutzten den Wald als Sparkasse, es sei sinnvoll den Vorrat abzusenken, die Durchforstung bringe Vorteile. Waldschutzsolidargemeinschaften zwischen mehreren Waldbesitzern könnten die Bewirtschaftung interessanter machen, weil auch Unternehmer diese größeren Einheiten als konstante Lieferanten sehen.

Alle Fichtenwälder, die der Borkenkäfer befallen könne, würden von diesem auch befallen werden, wenn auch zeitversetzt. Die Trockenheit begünstige dies. Wichtig sei es, Zeit zu gewinnen. Fest stehe: Der Wald werde sein Aussehen verändern, das müsse der Mensch aktiv begleiten, weil der Wald dies alleine nicht schaffen werde. Der trockene, inneralpine Wald sei hier eine eigene Herausforderung.

Vanoni erklärte, das Entrinden sei bei Dürrständern nicht nötig, weil diese für den Borkenkäfer nicht mehr interessant seien. Der Schutzwald sei laut Berechnungen 25 bis 30 mal günstiger als Verbauungen, dazu schütze Wald besser, sei CO2-Speicher, sei ästhetisch ansprechender etc.

Die Bewässerung von Aufforstungen sei in Graubünden kein Thema, wenn ein Baum zu trocken habe, stehe er am falschen Ort. Es müsse nicht pauschal durchforstet werden, denn Planung und Durchsetzung von Jungbeständen sei schwierig.

Der Anteil der Fichte am Baumbestand  würde in inneralpinen Tieflagen zurückgehen, das hänge mit dem Klimawandel zusammen. Es gebe auch hier keine Pauschallösung, die Einbringung von bestimmten Tannenarten sei eine Möglichkeit. In Graubünden sei die Empfehlung, keine Baumart pauschal vorzuschlagen, sondern stets an Standort angepasste Lösungen zu finden.. 

Früher sei Käferbekämpfung bis zu 1.600 Metern Meereshöhe durchgeführt worden, heute auch über 2.000. 

Bezüglich Totholz ergänzte Schwaninger, dass dieses im subalpinen und alpinen Bereich auch zehn bis 15 Jahre stehe. Doch in Tirol gebe es diesbezüglich ein Problem mit Verkehrs- und Wanderwegen. Es werde mit Tourismusvereinigungen zusammengearbeitet, damit Gefahren erkannt würden.

Wohin das Schadholz komme, sei eine zentrale Frage. Bis 2021 sei das Osttiroler Schadholz in der lokalen und regionalen Holzindustrie untergebracht worden, inzwischen bringe man das Holz auch nach Nordtirol. Das Fichtenholz für die Energiegewinnung zu nutzen, sei Verschwendung. Eine Zusammenarbeit zwischen Tirol und Südtirol  in diesem Bereich müsste von der politischen Ebene ganz oben verordnet werden. 

Es gebe Tannenholz, das auf Trockenböden gewachsen sei, deshalb sei das Einbringen von Tannen auch im inneralpinen Bereich möglich, wobei sie durch verschiedene Maßnahmen vom Wildverbiss geschützt werden könnten. In montanen Lagen bis 1.300 Metern könnten auch Laubbäume, zum Beispiel Laubahorn eingebracht werden. 

Jede Baumart habe ihre Borkenkäfer. Unterschied sei, dass der Buchdrucker viele Generationen in einem Jahr hervorbringe; das sei bei anderen Borkenkäfern noch nicht der Fall. 

Petercord führte an, dass Waldschutzproblem sei nicht gelöst, wenn der Buchdrucker im Griff sei, dann würden weitere Herausforderungen warten.

Graubünden, merkte Vanoni an, habe im vergangenen Jahr festgelegt, dass die Verbreitung von Rot- und Grauwild zu stark sei. Deshalb würde, überall wo gepflanzt bzw. aufgeforstet werde, mit Zäunen geschützt, was mit Kosten verbunden sei.

Unterthiner wies auf das Problem der Arbeitssicherheit hin und darauf, dass es zu Zwecken der Sicherheit notwendig sei, hohe Stümpfe zu erhalten, gleichzeitig aber auch “graue Baumbestände” zu pflegen und Holzschlag durchzuführen.

Fichten werde es in den inneralpinen Wäldern auch in Zukunft brauchen und sie werde über 1.200 Metern wohl Hauptbaumart bleiben. Doch es gelte den Mischwald zu fördern. Ein Halbieren der Bestände sei aufgrund der mittel- bis langfristigen Herausforderung und der Überalterung des Waldbestandes in Südtirol angebracht, um den Wald zu verjüngen. Pflegemaßnahmen müssten gemacht werden, darüber könnten auch bestimmte Baumarten gefördert werden.

Die Überalterung des Waldes sei eine Konsequenz der zu geringen Bewirtschaftung der Vergangenheit. Doch die Zukunftsaussichten für Holz seien selten so gut gewesen wie derzeit.

Ausschussvorsitzender Franz Locher bedankte sich bei den angehörten Fachleuten und wies auf die von diesen betonte Notwendigkeit einer regelmäßigen Pflege und Überwachung der Wälder hin, was jedoch mehr Mitarbeiter benötige. Er unterstrich den ökologischen und ökonomischen Wert des Waldes, ebenso wie die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit, nicht nur beim Kampf gegen den Borkenkäfer, sondern auch bei Absatz und Verarbeitung des Schadholzes.


(tres)