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Landtag

Landtag | 03.09.2019 | 17:13

Delegation aus Schleswig-Holstein zu Besuch im Landtag

Minderheitenschutz und Kooperation im Mittelpunkt von Gesprächen mit Landtagspräsident Noggler und Landesrätin Deeg

Präsident Noggler mit dem Europaausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtags (Foto:Werth)ZoomansichtPräsident Noggler mit dem Europaausschuss des Schleswig-Holsteinischen Landtags (Foto:Werth)

Eine Delegation des Europaausschusses im Landtag Schleswig-Holstein wurde heute im Plenarsaal des Südtiroler Landtags von Präsident Josef Noggler empfangen. Die Abgeordneten halten sich dieser Tage in Bozen auf, „um die Südtiroler Denk- und Arbeitsweise besser kennen zu lernen“, wie Ausschussvorsitzender Wolfgang Baasch erklärte. Zuvor hatte man sich bereits bei der ehemaligen Landerätin Martha Stocker und in der Eurac über Autonomie und Minderheitenschutz in Südtirol informiert.

Präsident Noggler erläuterte den Gästen die Bestimmungen, die die Zusammenarbeit unter den Sprachgruppen im Landtag regeln, den Proporz bei der Besetzung der Gremien, die Aufgaben und die Arbeitsweise des Landesparlaments sowie die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rahmen des Dreier-Landtags. Die Mitglieder der Landtagsausschusses von Schleswig-Holstein, der sich mit Europaangelegenheiten, aber auch mit Minderheitenschutz und grenzüberschreitender Zusammenarbeit befasst, zeigten besonderes Interesse an den Bestimmungen, welche die Vertretung und die Teilhabe aller Sprachgruppen garantieren. So weitreichende Schutzbestimmungen wie in Südtirol gebe es etwa für die dänische Minderheit in Schleswig nicht. Mit Verweis auf die Bedeutung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit für Regionen wie für Minderheiten lud Baasch Präsident Noggler ein, den Besuch mit einer Delegation in Flensburg zu erwidern.

Bei einem anschließenden Austausch der Delegation mit Landesrätin Waltraud Deeg ging es schwerpunktmäßig um unter anderem um Quotenregelungen zugunsten von Minderheiten. „Südtirol hat in den vergangenen 100 Jahren eine bewegte Geschichte durchlebt. Unsere Erfahrungen können auch für andere Grenzregionen, in denen Menschen unterschiedlicher Sprach- und Kulturgruppen leben, wichtig sein und aufzeigen, wie ursprüngliche Konfliktsituationen friedlich gelöst werden können“, betonte Landesrätin Deeg beim Treffen. Sie berichtete unter anderem über die unterschiedlichen Proporzregelungen, durch welche vor allem in den Anfangsjahren der Autonomie ein ausgewogenes Verhältnis der Sprachgruppen in öffentlichem Dienst, Wohnbau und Sanität garantiert war. Mittlerweile sei vor allem Europa ein wichtiger Referenzraum, der grenzüberschreitende Zusammenarbeit fördere und gemeinsame Problemlösungen befördere.


(AM)