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Kinder- und Jugendanwaltschaft

Kinder- und Jugendanwaltschaft | 06.04.2022 | 16:03

Freiwillige Vormunde für nicht begleitete ausländische Minderjährige gesucht!

Ausbildungskurs für freiwillige Vormunde für nicht begleitete ausländische Minderjährige am 20. Mai 2022. Die Teilnahme ist kostenlos.

Mit Gesetz Nr. 47 vom 7. April 2017 wurden die Kinder- und Jugendanwälte bzw. -anwältinnen der Regionen und der Autonomen Provinzen von Trient und Bozen damit beauftragt, freiwillige Vormunde für nicht begleitete ausländische Minderjährige auszuwählen und auszubilden. In Anbetracht der Wichtigkeit der Rolle dieser Personen, begleitet die Kinder- und Jugendanwaltschaft von Südtirol die Vormunde auch bei der Ausübung ihrer Funktion und ist ein Bezugspunkt für diese. Die freiwilligen Vormunde haben folgende Aufgaben: Sie üben die gesetzliche Vertretung der Minderjährigen aus, setzen sich für die Anerkennung ihrer Rechte ein, um Diskriminierung zu vermeiden, überwachen die Bedingungen der Aufnahme und der Unterbringung, die Sicherheit und den Schutz, sowie die Erziehungs-, Ausbildungs- und Integrationsmaßnahmen. Außerdem leisten sie moralische Unterstützung und begleiten die Minderjährigen bürokratisch: Sie begleiten die Minderjährigen beispielsweise bei der Quästur zur Sammlung von Dokumenten, melden sie beim Nationalen Gesundheitsdienst an und geben ihre Einwilligung zu den medizinischen Behandlungen. Zudem treffen sie sich mit den Minderjährigen, versuchen eine Beziehung zu ihnen aufzubauen und werden Bezugspersonen für diese. Oft behalten die Vormunde den Kontakt zu den jungen Menschen bis über deren Volljährigkeit hinaus bei. Der aktuelle Konflikt in der Ukraine bedeutet auch, dass Kinder und Jugendliche ohne Begleitung ihrer Erziehungsverantwortlichen aus Kriegsgebieten zusätzlich zu denen, die normalerweise aufgenommen und geschützt werden, zu uns kommen. Die Kinder- und Jugendanwältin Daniela Höller organisiert daher auch heuer wieder einen Ausbildungskurs für freiwillige Vormunde. Der Grundkurs findet am Freitag, den 20. Mai, von 8.30 bis 17 Uhr statt und ist in mehrere Module gegliedert, die verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit der Aufnahme nicht begleiteter ausländischer Minderjähriger in Südtirol sowie mit der gesetzlichen und freiwilligen Vormundschaft vertiefen. Außerdem wird ein Austausch mit denjenigen möglich sein, die bereits die Rolle eines Vormundes für nicht begleitete ausländische Minderjährige übernommen haben und über ihre direkten Erfahrungen berichten, sowie mit nicht begleiteten ausländischen Minderjährigen, die das Thema der Vormundschaft aus ihrer Sicht vertiefen. Der Kurs ist kostenlos und wird zweisprachig abgehalten. Zur Anmeldung genügt es eine Kopie des Identitätsausweises und einen Lebenslauf an die Kinder- und Jugendanwaltschaft zu schicken.

Weitere Informationen erhalten alle Interessierten bei der Kinder- und Jugendanwaltschaft, telefonisch (0471/946050) oder per E-Mail (info@kinder-jugendanwaltschaft-bz.org).

(KJA)