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Wahlmodus

Allgemeines

Artikel 47 und 48 des Autonomiestatuts sehen vor, dass der Landtag in allgemeiner, direkter und geheimer Wahl und nach dem Verhältniswahlsystem für die Dauer von fünf Jahren gewählt wird. Die Wahlen zum neuen Landtag werden vom Landeshauptmann ausgeschrieben und finden frühestens am vierten Sonntag vor und spätestens am zweiten Sonntag nach Ablauf der Fünfjahresperiode statt.
Artikel 47 sieht zudem vor, dass der Landtag - in Übereinstimmung mit der Verfassung und den Grundsätzen der Rechtsordnung der Republik sowie unter Achtung der internationalen Verpflichtungen und der Bestimmungen des Autonomiestatuts - mit Landesgesetz, das mit der absoluten Mehrheit der Landtagsmitglieder zu genehmigen ist, die Regierungsform der Provinz und insbesondere auch die Modalitäten für die Wahl des Landtags festlegt.
Der Landtag hat allerdings noch kein neues organisches Wahlgesetz erlassen, da er sich darauf beschränken musste, für die Landtagswahlen vom 26. Oktober 2003 eine Übergangsregelung zu verabschieden.
Laut Landesgesetz vom 14. März 2003, Nr. 4 "(Bestimmungen über die im Jahr 2003 anfallende Wahl des Südtiroler Landtages") kamen für die im Jahr 2003 durchgeführte Wahl des Südtiroler Landtages die Bestimmungen laut Regionalgesetz vom 8. August 1983, Nr. 7, in geltender Fassung zur Anwendung, soweit sie mit den Bestimmungen des erwähnten Landesgesetzes vereinbar waren. Die Landtagswahlen von 26. Oktober 2003 fanden also im Wesentlichen aufgrund der Bestimmungen, welche bisher für die Wahl des Regionalrates galten, statt; dies trifft insbesondere auf das Wahlsystem und folglich auf die Zuweisung der Sitze zu.

Geltende Regelung

Für die Wahl des Landtages bildet das gesamte Gebiet des Landes Südtirol einen einzigen Wahlkreis.
Zur Wahl zugelassen (aktives Wahlrecht) sind alle Wählerinnen und Wähler, welche am Wahltag das 18. Lebensjahr  vollendet haben, in den Wählerlisten eingetragen sind, am Tag der Veröffentlichung des Wahlausschreibungsdekretes seit vier Jahren ununterbrochen in einer Gemeinde der Region Trentino-Südtirol ansässig sind und den größten Teil dieser vier Jahre in der Provinz Bozen verbracht haben. Wählbar dagegen (passives Wahlrecht) sind alle Staatsbürgerinnen und Staatsbürger, welche am Wahltag das 18. Lebensjahr vollendet haben oder vollenden, in den Wählerlisten einer Gemeinde der Region Trentino-Südtirol eingetragen und am Datum der Veröffentlichung der Wahlausschreibungskundmachung im Gebiet der Region ansässig sind.
Die Teilnahme an den Wahlen ist ein Recht und eine bürgerliche Pflicht. Jeder Bürger und jede Bürgerin verfügt über eine Listenstimme. Die Stimmabgabe erfolgt durch das Ankreuzen der gewünschten Liste auf dem Stimmzettel. Zusätzlich zur Listenstimme kann der Wähler/die Wählerin bis zu vier Vorzugsstimmen für Kandidaten/Kandidatinnen der angekreuzten Liste abgeben.
Zwecks Zuweisung der Sitze an die einzelnen wahlwerbenden Listen wird die Gesamtanzahl der von allen Listen erhaltenen gültigen Stimmen durch die Zahl der Landtagsabgeordneten (35) plus zwei (also 37) geteilt und damit der Wahlquotient ermittelt; allfällige Bruchteile des Wahlquotienten werden nicht berücksichtigt. Sodann werden jeder Liste so viele Sitze zugewiesen, als der Wahlquotient in der Stimmenanzahl jeder Liste enthalten ist. Bleiben nach der ersten Teilung noch Sitze übrig, wählt die zentrale Wahlbehörde unter den Reststimmenzahlen sämtlicher Listen in gleicher Anzahl wie die noch zuzuteilenden Sitze die höchsten aus und weist jeder der Listen, denen diese Reststimmenzahlen gehören, einen weiteren Sitz zu. Bei gleicher Reststimmenzahl wird der Sitz jener Liste zugeteilt, welche die insgesamt höhere Stimmenanzahl hat; ist auch diese gleich, so entscheidet das Los. In diese Aufteilung werden auch jene Listen miteinbezogen, welche den vollen Wahlquotienten nicht erreicht haben. Falls aufgrund des wie oben errechneten Wahlquotienten die Gesamtanzahl der den verschiedenen Listen zuzuteilenden Sitze die Zahl 35 übersteigt, wird die Aufteilung erneut mit einem neuen Wahlquotienten vorgenommen, der durch die Verminderung des Teilers um eine Einheit (also von 37 auf 36) errechnet wird.
Durch das Wahlgesetz ist zudem gewährleistet, dass zumindest ein Angehöriger/eine Angehörige der ladinischen Sprachgruppe, welche mit 4,37 % die kleinste Sprachgruppe im Land darstellt (der Anteil der deutschen Sprachgruppe beträgt 69,15 %, jener der italienischen Sprachgruppe 26,47 %), in den Landtag einzieht.
Die Organisation und Abwicklung der Wahlen obliegt der Landesregierung sowie der aus drei Richtern zusammengesetzten Wahlbehörde, die bei der Landesregierung angesiedelt ist.