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Südtiroler Volkspartei | 09.02.2018 | 14:57

Der Öffentlichen Nahverkehr braucht: Ein verlässliches Angebot, Zug und Bus gut vernetzt und eine Kommunikation mit den Pendlern

Maria Hochgruber Kuenzer hat in einer Anfrage im Südtiroler Landtag die zunehmenden Ausfälle der Bahn und die mangelhafte Verbindungen beklagt. Die Antwort aus dem Mobilitätsressort stellt die Landtagsabgeordnete keineswegs zufrieden.

Maria Hochgruber KuenzerZoomansichtMaria Hochgruber Kuenzer

Pendler beklagen sich aus dem ganzen Land über kurzfristige Ausfälle der Züge und dass sie in Folge häufig ihren Zielort nicht erreichen. Die Züge fallen einfach aus. Kommentarlos.

Ärgerlich ist, dass dies ohne Vorwarnung passiert. Ärgerlich ist, auch, dass das weder begründet, noch in den Durchsagen rechtzeitig angekündigt wird. Noch ärgerlicher ist, dass es an manchen Haltestellen keine Alternativen gibt. Überall sitzen in Folge zurzeit Pendler einfach fest und müssen sich privat organisieren, um mit dem Auto oder vom Taxi abgeholt zu werden.

„Um mehr Menschen zu überzeugen, dass die öffentliche Mobilität einen Mehrwert hat – für eine stressfreiere Fahrt, aber auch für die Umwelt – muss das Angebot nachgebessert werden“, sagt Maria Hochgruber Kuenzer. Die Abgeordnete bringt zwei konkrete Beispiele aus dem Pustertal in die Diskussion im Landtag ein:

  • Fällt in Franzensfeste am Abend der letzte Zug ins Pustertal aus, ist Endstation.
  • Fällt ein Zug ab Bruneck ins Obere Pustertal aus, werden die Pendler am zweiten Bahnhof, an der Andreas-Hofer-Haltestelle, einfach sitzengelassen.

„Weder an der Andreas-Hofer-Haltestelle der Bahn, noch am Bahnhof Franzenfeste gibt es alternative Angebote des Öffentlichen Nahverkehrs, etwa eine Buslinie,“ stellt Hochgruber Kuenzer, „und die Fahrgäste werden nicht einmal vorgewarnt.“

 

Das Problem Franzensfeste, beantwortet Mobilitätslandesrat Florian Mussner die Landtagsangfrage, wolle man mit der Riggertalschleife beheben: Diese geplante Trasse wird die Züge ab Brixen direkt ins Pustertal leiten, ohne an Franzensfeste vorbeizufahren. Das Busangebot zwischen Brixen und dem Pustertal hingegen sei im Halbstunden-Takt mit der Linie 401 bereits gut eingerichtet, so Landesrat Mussner.

Die aktuell vielen Ausfälle der Züge erklärt der Mobilitätslandesrat witterungsbedingt: „Einerseits der viele Schnee und andererseits die tiefen Temperaturen bringen besondere technische Herausforderungen mit sich.“ Man sei im Gespräch mit der RFI, die selbst von den witterungsbedingten Ausfällen überrascht worden sei: Gemeinsam suche man eine Lösung.

Solche Gespräche findet Maria Hochgruber Kuenzer zwar gut, nur: „Es braucht auch eine Kommunikation mit den Fahrgästen, sie muss verbessert und teilweise überhaupt erst eingerichtet werden.“ Ihr Beispiel für eine zuverlässigere Nutzung der Bahn: Fällt ein Zug etwa in Franzensfeste aus, sollten die Pendler in Durchsagen rechtzeitig erfahren, um in Brixen auszusteigen und auf den Bus zu wechseln.

Unzufrieden zeigt sich Abgeordnete Hochgruber Kuenzer damit, dass das Mobilitätsressort für Franzensfeste mit dem Bau der Riggertal-Variante vertröstet: „Es gibt dazu erst nur Pläne. Bis die Riggertalschleife gebaut und eingerichtet worden ist, braucht es parallel zur Bahn eine Busverbindung.“

Ein Abkommen mit den Busanbietern sieht Maria Hochgruber Kuenzer als unausweichlich „und zwar an allen Zughaltestellen braucht es eine alternative Buslinie.“ Dies, aus dem einfachen Grund: Wer im ländlichen Raum lebt und arbeitet, kann es sich nicht leisten zu spät zur Arbeit oder zu Schule zu kommen.

„Die Pusterer sowie alle Bewohner in den Bezirken im ländlichen Raum gewinnt man als Kunden des Öffentlichen Nahverkehrs nur dann, wenn das Angebot stimmt“, sagt Maria Hochgruber Kuenzer.

 


(SVP)